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Tracking-Studie NRW 2026: Wie 324 Mittelständler ihre Online-Werbung messen
Wir haben am 24. Oktober 2026 die Websites von 324 mittelständischen Unternehmen aus NRW geprüft. Ergebnis: Bei jeder dritten ist kein Tracking erkennbar, und von denen, die Google Ads schalten, misst nur rund ein Drittel vollständig.
Die wichtigsten Ergebnisse
- Jede dritte Website zeigt kein erkennbares Tracking. Bei Firmen mit 20 bis 249 Mitarbeitenden ist es fast jede zweite.
- Jede vierte Website trägt noch Reste von Universal Analytics, einem Google-Tool, das seit 2023/24 abgeschaltet ist.
- Knapp 30 % schalten erkennbar Google Ads. Davon kombiniert nur gut ein Drittel Conversion-Tracking, Consent Mode v2 und Enhanced Conversions.
- LinkedIn ist selbst im B2B eine Nische: Das LinkedIn Insight Tag steht auf 10 % der Websites, in der Industrie auf 13 %.
Anteil der Websites, auf denen das Tag im ausgelieferten Code oder im öffentlichen Tag-Manager-Container erkennbar war.
1. Jede dritte Website misst nichts Erkennbares
Auf 66,7 % der Websites (216 von 324) ist mindestens ein Analyse- oder Werbe-Tag eingebunden. Bei 33,3 % findet sich im ausgelieferten Code keines. Je kleiner das Unternehmen, desto seltener wird gemessen:
Wer nicht misst, kann Werbung nicht steuern. Dann entscheidet bei jeder Kampagne das Bauchgefühl, nicht der Umsatz.
2. Universal Analytics: abgeschaltet, aber nicht aufgeräumt
GA4 ist auf 50,6 % der Websites erkennbar. Gleichzeitig finden sich auf 25,0 % noch Spuren des abgeschalteten Universal Analytics, meist als vergessene Tags im Tag Manager. 4,6 % haben UA-Spuren, aber kein GA4.
Alte Tags schaden nicht direkt, sie zeigen aber, dass das Setup lange niemand angefasst hat. Und wo niemand aufräumt, stimmen oft auch die Conversion-Ziele nicht mehr.
3. Google Ads: nur ein Drittel misst vollständig
96 der 324 Websites (29,6 %) haben ein Google-Ads-Tag. Fast alle davon zählen Conversions. Für Gebotsstrategien, die heute mit KI arbeiten, reicht das aber nicht. Sie brauchen auch Consent Mode v2 und möglichst Enhanced Conversions, sonst fehlen ihnen bei abgelehnten Cookies die Daten.
Bei 30,2 % der Google-Ads-Websites ist statisch kein Consent-Mode-v2-Signal nachweisbar. Rechnet man großzügig alle heraus, deren Consent-Tool Consent Mode selbst setzen kann, bleiben 18,8 %. Ohne Consent Mode v2 fehlen Google bei abgelehnten Cookies die Signale für Modellierung und Remarketing-Listen.
Wie man prüft, ob das eigene Konto die richtigen Signale bekommt, steht im Fünf-Minuten-Check. Den nächsten Schritt beschreibt Enhanced Conversions for Leads.
4. Consent-Tools sind Standard, aber nicht überall
64,5 % nutzen ein erkennbares Consent-Management-Tool, 17,0 % nur einen generischen Cookie-Hinweis, bei 18,5 % fehlt jeder Hinweis im Seitencode. Am häufigsten: Usercentrics (54), Cookiebot (48), Borlabs (34), OneTrust (20) und CCM19 (16). Das ist eine technische Bestandsaufnahme, keine rechtliche Bewertung.
5. B2B wirbt, misst LinkedIn aber kaum
Ein Meta-Pixel ist auf 21,9 % der Websites erkennbar, das LinkedIn Insight Tag nur auf 10,2 %. Selbst bei Industrie und Maschinenbau sind es 13,0 %, bei Dienstleistern 20,0 %. Wer LinkedIn Ads ohne Insight Tag schaltet, kann weder Conversions messen noch Website-Besucher erneut ansprechen.
Nach Branche
| Branche | n | Tracking | GA4 | Google Ads | Meta | CM v2 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Handel | 69 | 75,4 % | 60,9 % | 33,3 % | 30,4 % | 2,9 % | 42,0 % |
| Industrie/Maschinenbau | 69 | 66,7 % | 43,5 % | 26,1 % | 18,8 % | 13,0 % | 36,2 % |
| Dienstleister | 70 | 61,4 % | 48,6 % | 31,4 % | 18,6 % | 20,0 % | 28,6 % |
| Handwerk/Bau | 65 | 60,0 % | 43,1 % | 24,6 % | 16,9 % | 6,2 % | 33,8 % |
Gesundheit (n = 20) wird wegen der kleinen Fallzahl nicht separat ausgewiesen.
Was das für dein Unternehmen heißt
- Tags aufräumen: Universal-Analytics-Reste und alte Conversion-Aktionen raus.
- Consent Mode v2 prüfen: Wird er wirklich gesetzt, und kommen die Signale in Google Ads an?
- Conversions mit Wert: Nicht nur Formulare zählen, sondern melden, welche Anfrage zum Auftrag wurde. Wie das geht: Offline-Conversions einrichten.
Methode
- Stichprobe: 385 Websites von Unternehmen mit Sitz in NRW und 20 bis 2.000 Mitarbeitenden laut Wikipedia/Wikidata, zufällig je Branche gezogen aus 762 Kandidaten. Ausgeschlossen: Behörden, Vereine, öffentliche Unternehmen, Versorger, Banken, Krankenhäuser und Töchter großer Konzerne. 324 Websites waren auswertbar (84,2 %).
- Messung: Ausgelieferter Seitencode der Startseite (teils Kontaktseite) und die öffentlich abrufbaren Google-Tag-Manager-Container. Erhebung am 24.10.2026.
- Grenzen: Die Stichprobe ist nicht repräsentativ, sie enthält eher bekannte und größere Mittelständler. Tags aus serverseitigem Tagging, JavaScript-Bundles oder Nachladen durch das Consent-Tool sind unsichtbar. Ein fehlendes Signal beweist also keine fehlende Messung, alle „ohne“-Werte sind Obergrenzen. Ein Tag im Container heißt nicht, dass er feuert. Es gibt keine rechtliche Bewertung. Firmennamen werden nicht veröffentlicht.
Du möchtest die Studie zitieren? Gern mit Quelle „Mindhyp Tracking-Studie NRW 2026“ und Link auf diese Seite.
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